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TRIATHLON: OS12/TRIATHLON: SPIRIG

Triathlon

04.08.2012 

(Si) "Das war etwas vom Besten im Schweizer Frauensport, das ich je gesehen habe", freute sich Missionschef Gian Gilli. "Eine grosse Leistung, taktisch, athletisch", sagte Jörg Schild, der Präsident von Swiss Olympic.

Nach dem dramatischen Sieg Roger Federers um den Einzug in den Tennis-Final am Freitag plumpste den Verantwortlichen der Schweizer Mission und des Dachverbandes Swiss Olympic ein weiterer Stein vom Herzen, als Nicola Spirig eine Goldmedaille erkämpft hatte. Wie Federer liess sich Spirig in der Schlussphase des Wettkampfs nicht unterkriegen und biss sich erfolgreich durch.

"Am Freitag bin ich zehn Jahre älter geworden", sagte Schild. Auf dem Centre Court von Wimbledon spielte sich "das grösste Tennisspektakel ab, das ich je gesehen habe. Und jetzt im Hyde Park: Das war einfach grossartig. Nicola hat das Velofahren meistens als Zweite kontrolliert und ist taktisch hervorragend gelaufen."

Vorher, in der ersten Olympia-Woche, sei auch nicht alles schlecht gewesen, sagte der Präsident von Swiss Olympic. "Für den Erfolg braucht es immer auch Glück. Vor zwei Jahren in Vancouver holten wir in der zweiten Woche keine Medaille mehr, aber nach den anfänglichen Erfolgen reklamierte deswegen niemand. Diese Goldmedaille von Nicola Spirig tut gut, jetzt können die übrigen Schweizer in Ruhe starten."

Auch Gilli wies auf die Motivation, das Selbstvertrauen hin, das im Schweizer Team nach dem Triumph von Spirig entstehen könnte. "Spirig klingt ja auch wie Spirit und hat mit Inspiration zu tun", sagte er. Den Grund für den Erfolg der Schweizerin sah Gilli in "der sehr guten Vorbereitung mit extremem Aufwand auch seitens des Umfelds von Nicola Spirig, den Trainern, dem Verband. Sie alle haben hervorragende Arbeit geleistet und eine tolle Belohnung durch eine grossartige Athletin erhalten."

Zur Vorbereitung gehörte auch die Selektion von Daniela Ryf, die in erster Linie Spirig hätte unterstützen sollen. Wohl zum ersten Mal ausserhalb des Radsports wurde in der Schweiz in diesem Sinne selektioniert. Als Ryf mit Rückstand aus dem Wasser stieg, war diese taktische Komponente jedoch bereits geplatzt. Dennoch erachtet Gilli die Selektion als richtig. "Diesmal wars nicht notwendig, trotzdem werden wir auch weiterhin die taktischen Möglichkeiten bei Selektionen berücksichtigen", sagte der Missionschef, der als eine Art Dirigent auch für den olympischen Leistungssports in der Schweiz zuständig ist. Die Taktik wird in vielen Einzelsportarten, bei denen mehrere Athletinnen oder Athleten aus dem gleichen Land am Start sind, immer wichtiger.

Spirigs Triumph trug gemäss Gilli natürlich stark "zur Frustbewältigung aus den ersten Tagen bei. Aber so ist der Sport: Lange Zeit Frust, dann hat man innerhalb von zwei Tagen mindestens Silber und Gold. Der Sport ist unberechenbar, voller Passion, und darum arbeiten wir ja auch für diesen Sport." Gillis Fazit: "Die Schweiz kann stolz sein auf eine solche Athletin. Unglaublich, was sie abgeliefert hat."