03.09.2010
(Si) Die freien Trainings zum Grand Prix von San Marino in Misano (It) verliefen für die Schweizer Fahrer nicht nach Wunsch. Dominique Aegerter (20.) und Tom Lüthi (27.) fielen in der Moto2-Klasse weit zurück und auch Randy Krummenacher (10.) in der 125-ccm-Klasse verlor viel Zeit auf die Schnellsten.
Vor dem Wochenende in Misano hatten alle Moto2-Teams wieder einen neuen Motor zugelost bekommen. Bei Lüthi, der am Montag seinen 24. Geburtstag feiert, war aber nicht der neue Motor das Problem, sondern die Geometrie seines Motorrads. "Seit etwa fünf Rennen plagen wir uns mit ungenügender Haftung am Hinterrad herum", sagte Lüthi, "deshalb haben wir eine andere Geometrie ausprobiert. Aber wir mussten feststellen, dass es überhaupt nicht funktioniert hat. Ich konnte zwei, drei Mal nur knapp einen Sturz verhindern." 1,735 Sekunden verlor Lüthi auf den aus San Marino stammenden Alex De Angelis, was nur zu Platz 27 reichte. Es war das zweitschlechteste Resultat Lüthis seit dem Saisonauftakt im April in Katar, wo er 29. geworden war.
Auch wenn das Training wichtige Daten zu Bremspunkten und Setup des Motorrads lieferte, müssen der Emmentaler und sein Team für heute eine komplett neue Geometrie ausprobieren. "Jetzt wissen wir, in welche Richtung es nicht laufen sollte, aber wir haben dafür ein ganzes Training verbraucht. Ich habe eben in der Sommerpause nicht hier getestet", erklärte Lüthi und konnte sich gleichzeitig einen Seitenhieb gegen WM-Leader Toni Elias nicht verkneifen. Der Spanier hatte am 8. August in Misano Tests absolviert, obwohl die Regeln dies verbieten, und war vom Verband mit einer Sperre für das freie Training in Brünn (Tsch) äusserst mild bestraft worden.
Bei Dominique Aegerter, dessen Rückstand am Ende 1,349 Sekunden betrug, brach nach wenigen Runden die Hinterbremse ab -- ein ärgerlicher, aber nicht alltäglicher Materialfehler, für dessen Behebung das Team rund eine Viertelstunde aufwenden musste. "Ich hatte deshalb etwas wenig Trainingszeit", erklärte der bald 20-jährige Oberaargauer, "aber das Gefühl mit dem neuen Motor war auf jeden Fall etwas besser als mit dem vorherigen." Aegerters Teamchef hatte übrigens bei der Auslosung der Motoren bereits zum zweiten Mal den Motor mit der Nummer 77 gezogen; diese Zahl ist gleichzeitig auch die Startnummer des Schweizers.
Krummenacher mit Problemen
Erst in der zweitletzten Runde des freien Trainings schaffte Randy Krummenacher eine Verbesserung auf Platz 10, doch zufrieden war der Zürcher Oberländer bei weitem nicht. Sein Zeitverlust im freien Training auf den Schnellsten war mit 1,693 Sekunden ähnlich gross wie in der Vorwoche in Indianapolis (USA). Auch dieses Mal hatte er mit grösseren technischen Problemen zu kämpfen. "Wir müssen das Getriebe anpassen", so Krummenacher, "im sechsten Gang habe ich stark an Motorenleistung eingebüsst." Auch am Chassis will der 20-Jährige noch einige Änderungen vornehmen, damit er sein Ziel, die Top 6, im heutigen Qualifying realisieren kann.